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Unsere Stiftung

Radevormwald Panorama

 

Über 10 Jahre erfolgreiche Arbeit

 

Oft gehen eine gute Idee, viel Eigeninitiative und persönliches Engagement einem formalen Gründungakt voraus. So ist dies auch im Fall der Stiftung Radevormwalder Mittagstisch:

 

Am 13. September 1996 beschließen elf engagierte Radevormwalder (m/w), sich für die die sozial Schwachen ohne „Wenn und Aber“ und ehrenamtlich zu engagieren. Und: „Wenn die Menschen nicht zu uns kommen, dann müssen wir eben zu ihnen gehen und zwar auf die Straßen und Gassen dieser Stadt.“ So fahren sie mit einem Kleinbus zu den bekannten Plätzen in Radevormwald, wo die Menschen, die sie erreichen wollen, auf den Bänken sitzen und den Tag verstreichen lassen. Drei von ihnen können überredet werden, ins Wartburghaus in der Andreasstraße 2 mitzukommen und dort ihre erste Mittagstisch-Mahlzeit einzunehmen. Die drei haben dann die Werbetrommel gerührt und eine Woche später sitzen schon zehn am gemeinsamen Tisch.

 

Was im September 1996 mit 75 Euro und einer räumlichen Unterstützung durch die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde im Wartburghaus beginnt, wird im Laufe der Jahre eine Erfolgsstory und weit über die Stadtgrenzen Radevormwalds bekannt. WDR und Tagespresse berichten über diese Aktivität, die nicht nur durch frisch zubereitete Speisen für das leibliche Wohl sorgt, sondern auch durch die familiäre Atmosphäre am recht großen Mittagstisch den zwischenmenschlichen Kontakt fördert.

 

Hinter den Kulissen ist immer etwas los. So werden bereits im Oktober 1996 von den Ehrenamtlichen, eingeladen durch die Bauern, auf abgeernteten Feldern in einem Jahr rund 10 Zentner Kartoffeln eingesammelt. Und ständig werden gespendete Naturalien von dem Lebensmittelhandel und den Produzenten abgeholt, um die Speisen vielfältig und hochwertig zu gestalten – natürlich auch, um den berechtigten Gewohnheiten der verschiedenen Kulturen und Religionsgemeinschaft (z.B. bei der Zubereitung von Fleisch) gerecht werden zu können.

 

1997 kommen mit der Kleiderkammer und 2004 mit der Hütte als Ausgabestelle für Lunchpakete weitere Aktivitäten zum Radevormwalder Mittagstisch hinzu.

 

Eine besondere Ehrung erfährt der Radevormwalder Mittagstisch im September 2006, als Johanna Unkrig, Gründerin und „treibende Kraft“ des Radevormwalder Mittagstisch, für ihr Engagement durch den Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wird.

 

Am 09. Oktober 2008 wird durch die engagierte Radevormwalderin Karin Schmidt die formale Gründung der Stiftung Radevormwalder Mittagstisch ermöglicht. Damit ist ein wichtiger Grundstein dafür gelegt, in der Gemeinschaft mit allen Radevormwaldern diese nicht mehr aus dem gemeinsamen Engagement wegzudenkende soziale Aktivität weiter auszubauen.

 

Heute werden jeden Dienstag bis zu 200 Essen zubereitet und zusätzlich jeden Freitag fast 100 Lunchpakete an Bedürftige ausgegeben. Und mehr als 30 Ehrenamtliche sorgen mit ihrem Engagement dafür, dass der Radevormwalder Mittagstisch mit Energie und Freude in die Zukunft blicken kann.

 

Mehr als das bisher Geschriebene sagen jedoch die, die im Mittelpunkt unseres Engagements stehen:

 

Infobox

„Ich möchte mich … einfach bedanken, dass es eine solche Einrichtung gibt und Menschen, die ihre Freizeit dafür opfern, um sich um Menschen zu kümmern, die von anderen abgeschrieben sind. Wie oft saß ich, schon bis auf die Knochen abgemagert, absolut niedergeschlagen bei Euch, mit Selbstmordgedanken und sogar festen Plänen. Und dann setzt sich jemand [am Mittagstisch] zu mir, hört zu. Man kann sich ein bisschen ausheulen, danach sieht es schon wieder etwas besser aus. … Bitte bleiben Sie so! Alle[n], die mich kennen, vielen, vielen Dank! Bitte richten Sie allen, die es noch nicht geschafft haben und denen es dreckig geht, [aus], dass sie nicht aufgeben sollen. Ist eine furchtbar schwere Sache; aber wenn man es will, kann man alles schaffen. Ihr seid alle etwas Besonderes; versucht was draus zu machen!” (Auszug aus einem Brief einer ehemals drogenabhängigen jungen Frau, die zwei Jahre am Mittagstisch teilnahm und nun in ihre Heimat zurückgekehrt ist)

Infobox

„… Manchmal kommt es mir vor, als wenn wir … in einem Riesenpudding stecken, aus dem wir nicht so richtig herauskommen. Und trotz der Masse fühlt man sich dann einsam, findet keinen Kontakt. Ich denke, dass diese Einsamkeit durch Alleinsein, fehlenden persönlichen Austausch und, ganz platt gesagt, durch den Verlust von zwischenmenschlicher Wärme und Trost entsteht. … Und dann freue ich mich eben auf den [Dienstag], der ein wenig über solche Gedanken hinweg hilft.” (Notizen aus einem Gespräch mit einem älteren Arbeitslosen)

 

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